|
"Ich arbeite mit der
Assoziationskraft des menschlichen Geistes. Dazu begebe ich mich in ein,
mein eigenes, Assoziationsfeld aus Bildern und Begriffen. Ich benutze die
Sprache dabei sozusagen anti-intellektuell. Eventuell bestehende Normen
bildhafter Zuordnungen, begrifflicher Logiken werden durch die assoziative
Vorgehensweise außer Kraft gesetzt. |
Der Komponist der Texte ist nicht mehr
nur die Ratio, es mischen andere Komponisten mit: der (systemimmanente)
Zufall, das sogenannte Unbewusste, eine Körperlichkeit, eine eigene
Musik, ein eigener Rhythmus. Mit anderen Worten: der ganze Mensch. Und
weil dieser (ich) ein Konglomerat aus widersprüchlichen Gefühlen und
Gedanken, aus hormonellen Einflüssen, Körpererinnerungen u. v. m. ist,
sind die Texte nicht linear, es entstehen Umwege, Winkelzüge,
Fuchsbauten, bisweilen (selten) eine befremdliche Semiotik. |
Doch alle Mithandelnden halten sich an die
Regel, ein Bedeutungsfeld, eine Blickrichtung, eine gewisse Ordnung also,
nicht zu verlassen, so dass am Ende des Textes der Geist nicht in seine
Teile zerfällt. Er wird durch ein Sentiment, einen Geruch, einen Ort,
einen Augenschein zusammengehalten."
UTM, Das Wort ist ein Hohlraum -
bewohnbar im Fallen. Über das assoziative Schreiben, Februar, 2001. |