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Ursula Teicher-Maier

 
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"Ich arbeite mit der Assoziationskraft des menschlichen Geistes. Dazu begebe ich mich in ein, mein eigenes, Assoziationsfeld aus Bildern und Begriffen. Ich benutze die Sprache dabei sozusagen anti-intellektuell. Eventuell bestehende Normen bildhafter Zuordnungen, begrifflicher Logiken werden durch die assoziative Vorgehensweise außer Kraft gesetzt. 

Der Komponist der Texte ist nicht mehr nur die Ratio, es mischen andere Komponisten mit: der (systemimmanente) Zufall, das sogenannte Unbewusste, eine Körperlichkeit, eine eigene Musik, ein eigener Rhythmus. Mit anderen Worten: der ganze Mensch. Und weil dieser (ich) ein Konglomerat aus widersprüchlichen Gefühlen und Gedanken, aus hormonellen Einflüssen, Körpererinnerungen u. v. m. ist, sind die Texte nicht linear, es entstehen Umwege, Winkelzüge, Fuchsbauten, bisweilen (selten) eine befremdliche Semiotik. 

Doch alle Mithandelnden halten sich an die Regel, ein Bedeutungsfeld, eine Blickrichtung, eine gewisse Ordnung also, nicht zu verlassen, so dass am Ende des Textes der Geist nicht in seine Teile zerfällt. Er wird durch ein Sentiment, einen Geruch, einen Ort, einen Augenschein zusammengehalten."

 UTM, Das Wort ist ein Hohlraum - bewohnbar im Fallen. Über das assoziative Schreiben, Februar, 2001.

Ursula Teicher-Maier beim 
Literaturmarathon
kfl_elke5.gif (41633 Byte)

Vorgang: Gedicht

Am Schreibtisch sitzend suche ich den Dosenöffner
Unter den Stiften. Ich hoffe schon lange nicht mehr
Auf diese fettlosen Sardinen. Eingewickelt in Papier
Gehen die Sardinen zugrunde und ohne Gedichte
Wird es in den Dosen dunkler und dunkler und den
Sardinen mangelt es an Luft. Während ich mir das
Fett von den Fingern lecke sind die Sardinen schon
Durchs Papier zu sehen: vier Fossilienschatten zeichnen
Sich über dem Weiß und in der Schreibtischschublade
Lauert der Dosenöffner neben den Haifischen. Nimmt
Das Fett an den Fingern jetzt nicht ab stirbt ein Gedicht
Im Papier ohne eingewickelt worden zu sein

 

Veröffentlichungen u. a.: 
UTM, NICHTS ALS GEDICHTE, 
Litblockin Verlag, Fernwald-Gießen, 1999
ISBN 3 932289 17 X (12 Lyrik-Kunst-Post-Karten).

Ebda: 
UTM, Lyrik und Gunilda Wörner, Cello:
Streublumenmuster, CD mit 
Texten von UTM und 
Improvisationen von GW, 
ISBN 3 932289 16 8.

UTM mit Gunilda Wörner
 

 

Kommentare, Anregungen, oder Kontaktaufnahme durch E-Mail an: h.essel@gsi.de
Copyright © 1998 Verein für experimentelle Musik Darmstadt, e.V.

Stand: 12. February 2010 : Zugriffszähler