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Experiment mit einer Umlenkrolle

(Hanno Ehrler)

Experimentell ist auch die Arbeit "ZeitfaIten", die der Darmstädter Komponist Hans Essel im gleichen Konzert vorstellte. Mit einer Umlenkrolle verlängerte Essel den Weg eines Tonbandes zwischen Aufnahme- und Wiedergabekopf und führte ebenfalls über eine Verlängerung dasselbe Band am Wiedergabekopf einer zweiten Tonbandmaschine vorbei. Ein Mischpult verbindet alle drei Köpfe und gibt die Möglichkeit, Lautstärke und Klang zu manipulieren.

Nichts anderes tat Hans Essel, gab kein Material von außen ein, sondem kumulierte lediglich das zunächst ganz leise Bandrauschen und extrahierte daraus eine Vielzahl heterogener Impulse. Die beiden Zeitschleifen, die sich durch die Verlängerungen des Bands ergeben, multiplizieren diese Effekte. So entsteht nur aus dem technischen Apparat heraus, ohne Klangeinwirkung von außen, ein hochdifferenzierter musikalischer Verlauf, bei dem nichts anderes gespielt wird als Tonband.

 

Kommentare, Anregungen, oder Kontaktaufnahme durch E-Mail an: h.essel@gsi.de
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Stand: 07. February 2012 : Zugriffszähler